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Siedlungsstruktur
Die heutige Siedlungsstruktur des Landkreises Osteholz (in der Karte rot dargestellt) ist das Ergebnis eines jahrhunderte währenden Prozesses, der in seinen Grundzügen noch heute erkennbar ist. Die Besiedlung erfolgte zunächst in den Geestbereichen (Brauntöne) und lässt sich anhand prähistorischer Funde bereits für das dritte Jahrtausend vor Christus belegen.
Die Marsch- und Moorgebiete (Blau- bzw. Grüntöne) konnten dagegen erst sehr viel später besiedelt werden. In diesen Bereichen wurden die Wohnplätze zum Schutz vor den häufigen Überflutungen auf künstlich erhöhten Wohnplätzen errichtet. Die ältesten dieser so genannten Wurten wurden im 12. Jahrhundert nach Christus im Bereich der Wümmemarsch angelegt.
Im 13. Jahrhundert begann, ausgehend von den Klöstern in Osterholz und Lilienthal, die Kolonisation des Teufelsmoores. Eine großräumige planvolle Kultivierung und Besiedlung erfolgte aber erst im Zuge der Hannoverschen Moorkolonisation im 18. und 19. Jahrhundert. Der Name des Moorkommissars Jürgen Christian Findorff (1720 -1792) und die nach ihm benannten Findorffsiedlungen im östlichen Kreisgebiet sind untrennbar mit dieser Entwicklung verbunden. Das Moor wurde zunächst systematisch entwässert und durch Kanäle bzw. Straßendämme erschlossen. Das schachbrettartige Muster von Gräben und Straßen mit den typischen Reihendörfern ist teilweise noch heute erkennbar.
Derzeit (Stand 31.12.2014) werden 15,4 % des Kreisgebietes als Siedlungs- und Verkehrsfläche genutzt, das entspricht einer Fläche von ca. 10.025 ha. Dichter besiedelt sind vor allem die Landkreisteile im Übergangsbereich zu Bremen und Bremen-Nord sowie die Geestkante zu den Marsch- und Moorgebieten. Jenseits dieser Bereiche ist die Besiedlungsdichte geringer und die Siedlungsstruktur eher ländlich geprägt.
Besonders bedeutsam für die Siedlungs- und Kulturgeschichte des Landkreises ist aufgrund seiner Künstlerkolonie, die vor gut 100 Jahren entstand, der Ort Worpswede. Traditionelle ländliche Architektur steht hier der künstlerischen Experimentierfreude des 20. Jahrhunderts wie z. B. expressionistischer Backsteinarchitektur gegenüber.