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Regionalgeschichte
Der Torfkahn ist ein Symbol für den Pioniergeist, den Mut und das Geschick der ersten Siedler, die es unter schwierigsten Bedingungen schafften, ihr Leben im Teufelsmoor einzurichten.
Die Besiedelung des Teufelsmoores ist seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar. Mit der staatlichen kurhannoverschen Kolonisation des Teufelsmoores unter Leitung des Moorkommissars Jürgen Christian Findorff, 1751, wurden Moore planmäßig entwässert und Kolonisten durch Gründung von neuen Dörfern angesiedelt, so 1753 in Neu-Sankt Jürgen.
"Den Ersten sien Dot,
den Tweeten sien Not,
den Drütten sien Brot"
Diese Aussage beschreibt prägnant das harte Leben der Moorbauern, die auf mühsame Weise und über viele Generationen hindurch versucht haben sich im Teufelsmoor eine Existenz zu schaffen.
Die Menschen, die das Wagnis eingingen, ein Leben im Moor zu beginnen, waren hauptsächlich Häuslinge (Hofarbeiter) oder nachgeborene Bauernsöhne aus den angrenzenden Geestdörfern oder den älteren Moorsiedlungen.
Die Siedler der ersten Generation wurden jedoch keine Bauern, wie sie es sich erhofften, da das nasse Land noch nicht kultiviert war. Sie stachen Torf und betrieben damit Handel. "Jan von Moor" wurden die Torfschiffer und Torfbauern seit Mitte des 19. Jahrhunderts genannt. Der Name ist nicht auf eine Person zurückzuführen, vielmehr ist es eine charakteristische Bezeichnung für die Moorbauern: Der typische "Jan von Moor" war arbeitsam, zäh und hatte den Schalk im Nacken.
Die Kolonisten lebten sehr dürftig zusammen mit ihrem Kleinvieh in spärlichen Moorkaten. Krankheiten, hervorgerufen durch Nässe und Kälte und die schwere Arbeit boten zunächst keine Perspektive. Über mehrere Generationen hinweg wurde das Land allmählich kultiviert. Es wurden Gräben und Kanäle gezogen, die das nasse Land entwässerten, gleichzeitig wurden sie als Wasserstraßen genutzt, denn nur vereinzelt waren Dämme, wie der Alte Pennigbütteler Damm, vorhanden. Erst Generationen später wurde das Leben im Teufelsmoor erträglich - "den Drütten sien Brot".
Man stellt heute noch fest, dass die Menschen mit "ihrem" Dorf verwurzelt sind. Aufgrund der früheren harten Lebensbedingungen war man auf gegenseitige Unterstützung angewiesen. Die Dorfgemeinschaften sind bis heute sehr aktiv und pflegen ihre Traditionen. Ernte- und Schützenfeste sind weiterhin fester Bestandteil des traditionellen Dorflebens.