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Naturschutzgebiete
Im Landkreis Osterholz gibt es derzeit 18 Naturschutzgebiete (NSG) mit einer Gesamtfläche von 7.891 ha. Dies entspricht 12,10 % der Kreisgebietsfläche.
Die NSG wurden ausgewiesen, weil sie
- schutzbedürftigen Pflanzen- und Tierarten und ihren Lebensgemeinschaften Lebensraum bieten,
- für Wissenschaft, Natur- oder Heimatkunde von Bedeutung sind oder
- sich durch Seltenheit, besondere Eigenart oder Vielfalt bzw. hervorragende Schönheit auszeichnen.
Die NSG wurden durch Verordnung der ehemaligen Bezirksregierung Lüneburg bzw. den Landkreis Osterholz ausgewiesen. In einem NSG sind alle Handlungen verboten, die das NSG oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern. NSG dürfen außerhalb der Wege nicht betreten werden. Näheres regelt pro Gebiet die jeweilige Schutzgebietsverordnung (VO).
Billerbeck und Oldendorfer Bach
Das NSG ist geprägt durch ein vielfältiges Mosaik unterschiedlicher Biotopkomplexe aus Gewässern, Wald, Grünland und nicht genutzten Bereichen im Bereich von Bachniederungen.
Billerbeck und Oldendorfer Bach sind kiesgeprägte Tieflandbäche.
Wälder: auf feuchten Standorten Erlen-Eschen-Auwälder, Eichen-Hainbuchenwälder und Moorwälder mit eingestreuten Pfeifengras-Moorstadien; auf trockeneren Standorten Buchenwälder und Eichenmischwälder.
Grünland: im südlichen Bereich der Billerbeck überwiegend extensiv genutzt und feucht mit teilweise angrenzenden Sümpfen; im nördlichen Bereich der Billerbeck und am Oldendorfer Bach vermehrt Intensivgrünland überwiegend feuchter Ausprägung; vereinzelt auch magere Flachlandmähwiesen.
Ungenutzte Bereiche: Gebüsche, Feldgehölze, Hecken, Hochstaudenfluren, Röhrichte und Binsenriede.
Lebensraum für zahlreiche, vielfach bestandsgefährdete geesttypische Pflanzen- und Tierarten; hervorzugeben ist die Vielfalt der Fledermaus- und Spechtarten. Das Landschaftsbild des NSG wird durch den Wechsel aus bewaldeten, halboffenen und offenen Bereichen, das leicht wellige Relief und das weitgehende Fehlen baulicher Einrichtungen geprägt.
Fläche: 349 ha
Brundorfer Moor
Zwei Kleinstmoore, die früher in großen Teilen abgetorft wurden und hervorragende Regenerationsstadien entwickelt haben. Hier kommen viele, seltene Moorpflanzen-Arten, klare Moorgewässer und die „Große Moosjungfer“ vor, eine europaweit schutzwürdige Libellenart. An den Rändern der Moore finden sich feuchte Heideflächen und Waldränder.
Fläche: 11 ha
Garlstedter Heide- und Moorlandschaft mit Heidhofer Teichen
Das NSG umfasst einen großflächig nährstoffarmen Teil der Geest, der aus sandigen Kuppen und moorigen Niederungen besteht. Es besteht aus den Gebietsteilen Garlstedter Heide und Garlstedter Moor (beides Standortübungsplätze), Heidhofer Teiche (Eigentum der Niedersächsischen Landesforsten) sowie Schlatchenmoor (überwiegend Privateigentum).
Wertvolle Lebensräume sind insbesondere Heidekraut-Sandheiden, vielfältige und größtenteils nicht kultivierte Moorstadien u.a. mit Hochmoorvegetation, Sauergrasrieden, Gagelgebüschen und Stillgewässern, außerdem magere Grasfluren, mesophiles Grünland und unterschiedliche Waldbestände.
Das NSG bietet Lebensraum für zahlreiche bestandsgefährdete Tierarten, insbesondere Fledermäuse, Vögel, Amphibien, Reptilien, Libellen, Heuschrecken und Fischotter.
Fläche: 310 ha
Heerweger Moor und Quellbereiche der Ritterhuder Beeke
Feuchter, überwiegend extensiv als Grünland genutzter Niederungsbereich an den Oberläufen der Ritterhuder Beeke mit hoher Bedeutung für gefährdete Gefäßpflanzenarten.
Fläche: 80 ha
Heide und Moor bei Haslah
Anmoorheide mit naturnahen, torfmoosreichen Bult-Schlenken-Komplexen und umgebenden Sandböden mit Zwergstrauchheide sowie Eichen- und Birkenbeständen; hohe Bedeutung für gefährdete Pflanzenarten.
Fläche: 15 ha (davon 9 ha innerhalb des Landkreises Osterholz)
Heilsmoor und Springmoor
Das NSG besteht aus zwei Teilgebieten:
Heilsmoor: Hochmoorgebiet mit randlichen Übergängen zu den höher gelegenen mineralischen Geestbereichen; naturnahe, weiträumig offene Hochmoorbereiche mit Torfmoos-Wollgras- sowie Zwergstrauch- und Pfeifengrasstadien; entwässerte Hochmoorbereiche (Sukzessionsflächen) mit Birken- und Kiefernaufwuchs; bewaldete Bereiche mit Birken-Bruchwald, Birken- und Kiefern-Moorwald und in den Randbereichen mit Nadelholzforsten; einige nährstoffarme Torfstich- und sonstige naturnahe Stillgewässer; am Gebietsrand vereinzelt Grünlandflächen und Heidereste.
Springmoor: Niedermoorbereich einschließlich Überschwemmungsflächen des Giehler Baches mit gehölzfreien Sümpfen, Feuchtheiden, Gagelgebüschen, Birken- und Kiefern-Moorwald sowie Erlenbruchwald und einigen Grünlandflächen; ein höher gelegener, mineralischer Geestbereich ist geprägt durch offene Heideflächen sowie Kiefern– und Eichenmischwald.
Das NSG hat eine hohe Bedeutung für gefährdete Pflanzen-, Vogel-, Kriechtier-, Libellen-, Tagfalter- und Heuschreckenarten. Das Landschaftsbild des NSG wird durch den Wechsel aus offenen, halboffenen und bewaldeten Bereichen, Naturnähe und weitgehendem Fehlen baulicher Einrichtungen geprägt.
Fläche: 287 ha
Obere Ihleniederung
Strukturreiches, nasses Niederungsgebiet am Oberlauf der Ihle mit nährstoffarmer Anmoorheide im Kern; hohe Bedeutung für gefährdete Gefäßpflanzenarten.
Fläche: 15 ha
Quelltäler der Wienbeck
Überwiegend laubwaldbstandene Quelltäler und durch Wallhecken gekammertes Grünlandareal am Oberlauf der Wienbeck auf z.T. basenreichen Standorten mit verschiedenen naturnahen Laubwaldtypen, Quellfluren, Klein- und Großseggenriedern, Feuchtgebüschen, feuchtem und mesophilem Grünland, naturnahen Fließgewässerabschnitten, kleinen nährstoffreichen Teichen und als Besonderheit einem kleinflächigen Bereich mit Kalkflachmoorvegetation (Reithbruch); hohe Bedeutung für gefährdete Pflanzenarten.
Fläche: 95 ha
Schönebecker Aue
Tal und Nebentäler eines überwiegend naturnahen Geestbaches. Die flachhügelige Landschaft fällt zur Schönebecker Aue hin ab. Den Bachlauf begleiten Erlensäume. Die feuchten bis nassen, z.T. quelligen Auenstandorte sind überwiegend bewaldet mit Erlen-Eschenwäldern, Eichen-Hainbuchenwäldern und Buchenwäldern. Neben den vorherrschenden Waldflächen grenzen auf weiten Flächen aber auch mehr oder weniger intensiv genutzte Weiden und Wiesen feuchter Ausprägung an das Gewässer.
Fläche: 98,2 ha
Teichfledermausgewässer in der Gemeinde Schwanewede
Das NSG umfasst größtenteils zusammenhängende Gräben, Flethe und Teiche, deren Ufer- und Böschungsbereiche sowie unterschiedlich breite Gewässerrandstreifen. Es erweitert sich um feuchte Niederungsbereiche bei Meyenburg und nördlich von Aschwarden mit Au- und Bruchwäldern, Sümpfen, naturnahen Teichen und überwiegend extensiv genutztem Grünland.
Die Gewässer liegen größtenteils in einer typischen, weithin offenen Marschenlandschaft. Entlang der Uferböschungen finden sich feuchte Hochstaudenfluren, Röhrichte und Ruderalfluren sowie Ufergehölze. Die Teiche sind überwiegend durch Kleiabbau entstanden und haben sich zum Teil naturnah entwickelt.
Die Gewässer sind Lebensräume der Teichfledermaus (Jagdhabitate) und des Fischotters. Insbesondere die Teiche werden von zahlreichen Vogelarten als Brut-, Nahrungs-, Rast- und Schlafgewässer genutzt.
Fläche: 124 ha
Tideweser
Das NSG liegt in den Landkreisen Wesermarsch, Cuxhaven und Osterholz sowie im gemeindefreien Gebiet der Außenweser. Es umfasst weite Teile der Unterweser einschließlich einiger Sande, Platen und Nebengewässer. Trotz des Ausbaues und der intensiven Nutzung als Seeschifffahrtsstraße hat das NSG eine hohe Bedeutung für den Naturschutz als sich ständig verändernder, dynamischer und gezeitenbeeinflusster Lebensraum.
Im Landkreis Osterholz umfasst das NSG insbesondere den Rechten Nebenarm der Weser mit ausgedehnten, teils vegetationsfreien, teils von ausgedehnten Röhrichten dominierten Flusswattbereichen und einigen außendeichs gelegenen extensiven Grünlandflächen. Der Rechte Nebenarm hat eine hohe Bedeutung als Brut- und Rastvogelgebiet, für den Fischartenschutz und als Jagdhabitat der Teichfledermaus.
Fläche: 4020 ha, davon ca. 470 ha im Landkreis Osterholz
Truper Blänken
Der südliche Teil des NSG ist weitgehend von durch Gräben und Fleete durchzogenem Grünland geprägt. Der nördliche Teil weist neben Grünland auch Moor- und Bruchwaldbestände auf. Entsprechend kann der südliche Teil als offener, der nördliche als halboffener Landschaftsraum charakterisiert werden.
Auch Seggenrieder, Röhrichte und naturnahe nährstoffreiche Stillgewässer prägen die mosaikartige Biotopstruktur des NSG. Das Niederungsgebiet bietet Lebensraum für vielfach bestandsgefährdete, feuchtgebietstypische Pflanzen- und Tierarten und deren Lebensgemeinschaften, so z.B. für Fisch- und Libellenarten, für den Fischotter und als Brut- und Rastgebiet für Wiesenvögel.
Fläche: 492 ha
Untere Wörpe
Die Wörpe durchfließt sowohl die durch landwirtschaftliche Nutzung charakterisierte freie Landschaft als auch die Siedlungsbereiche von Lilienthal und Grasberg. Der Unterlauf der Wörpe ist tidebeeinflusst und streckenweise durch Deiche und Verwallungen eingefasst.
Trotz des starken Ausbauzustandes beherbergen die Wörpe und ihre Uferbereiche schutzwürdige Vegetation, insbesondere feuchte Hochstaudenfluren und kleinflächig auch Auwald, sowie schutzbedürftige Tierarten, darunter den Fischotter und gefährdete Fischarten und Rundmäuler. Streckenweise sind breitere Uferrandstreifen und flussbegleitende Biotop- und Kompensationsflächen in das NSG einbezogen.
Fläche: 68 ha
Untere Wümme
Tidebeeinflusster, naturnah mäandrierender Fluss mit angrenzenden ausgedehnten Röhrichten und Hochstaudenfluren und überwiegend brachgefallenem Feuchtgrünland sowie Kleingewässern, Weidengebüschen und Sukzessionsstadien zum Weiden-Auwald im regelmäßig überschwemmten Außendeichsgelände; einbezogen sind ein intensiver genutzter, binnendeichs gelegener Grünlandbereich südlich von Ritterhude sowie durch Deichbrüche entstandene, naturnahe Kleingewässer westlich von Lilienthal (Truper Kolke); hohe Bedeutung für gefährdete Pflanzen-, Vogel-, Fisch-, Säugetier- , Lurch- und Libellenarten.
Fläche: 198 ha
Unterwesermarsch
Die Beschreibung finden Sie im Reiter Unterwesermarsch.
Westliche Hälfte des Langen Moores
Überwiegend unkultivierte Hochmoorrestfläche mit Verbuschungs- und Bewaldungsstadien sowie mit offenen Degenerations- und Regenerationsstadien; hohe Bedeutung für gefährdete Pflanzenarten.
Fläche: 11 ha