Am Dienstag konnte der Landkreis Osterholz erneut 19 Flüchtlinge aus der Ukraine begrüßen. 12 Personen kamen dabei aus der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes, sieben weitere Personen erreichten zunächst mit einem eingesetzten Sonderzug aus Polen den Messebahnhof Laatzen. Die restliche Strecke in den Landkreis Osterholz wurde mit einem Reisebus zurückgelegt. Hier erfolgte dann die Weiterleitung in die Gemeinden, die im Landkreis Osterholz die Unterbringung der geflüchteten Menschen übernehmen.
Landrat Bernd Lütjen lobt die aktuelle Verfahrensweise des Landes: „Durch die zentrale Organisation über die Landesaufnahmebehörde ist es möglich, dass wir uns gemeinsam mit den Gemeinden und der Stadt in der Regel einige Tage vorher, mindestens aber 12 Stunden vor Ankunft der Flüchtlinge, auf den Empfang und die Unterbringung vorbereiten können. So wird versucht, gezielt geeignete Wohnungen für die Flüchtlinge auszuwählen, auch wenn immer mal wieder kurzfristig umgeplant werden muss. Um dies noch zu verbessern, richten wir aktuell die Sporthalle der BBS Osterholz-Scharmbeck als Ankunftsstelle her.“
Anders sehe es jedoch bei der Ankunft von Flüchtlingen aus, die unangekündigt über private Helferinnen und Helfer nach Deutschland und in den Landkreis gelangen. „In solchen Einzelfällen fehlen leider die vorherige Organisation und Abstimmung mit den Kommunen. So müssen spontan Lösungen gefunden werden. Ak-tuell funktioniert das noch einigermaßen, da Wohnraum vorhanden ist. Aber auch dies wird zunehmend schwieriger. Eine Situation, die für alle Beteiligten unbefriedigend ist“, ergänzt Landrat Bernd Lütjen. Er verstehe die gute Intention hinter den privaten Initiativen, wirbt aber für die offiziellen Zuweisungswege über das Land, wenn die Personen nicht selbst privat aufgenommen werden können beziehungsweise eigener Wohnraum zur Verfügung gestellt wird. In diesem Zusammenhang dankt er nochmals für die Hilfsbereitschaft der Menschen im Landkreis: „In den vergangenen Wochen habe ich sowohl bei den Kommunen als auch in der Bevölkerung eine große Unterstützung erlebt. Dies stimmt mich froh und auch stolz. Ich bin mir sicher, dass wir die Situation gemeinsam meistern werden.“
Da weiterer Wohnraum dringend benötigt wird, können sich potentielle Vermieterinnen und Vermieter weiterhin bei ihrem Rathaus melden.